Winterzeit 2014/15

Der Winter beginnt am 26.10.2014

Am 26.10.2014 ist es mal wieder soweit. Am letzten Oktoberwochenende wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Die Winterzeit beginnt und die Uhr wird von 3 Uhr am Sonntagmorgen auf 2 Uhr zurückgestellt. Wer eine digitale Uhr besitzt muss sich keine Sorgen machen, alle anderen müssen die Uhr per Hand umstellen.

Während sich die einen über eine Stunde mehr Schlaf sehr freuen, macht anderen die Umstellung schwer zu schaffen. Schlafforscher warnen gerade in den ersten Tagen der Zeitumstellung vor erhöhter Unfallgefahr durch „Herbst-Blues“ und den „Mini-Jetlag“.  Der Grund dafür heisst es liege darin das wir in der Dunkelheit mehr Melatonin produzieren, was Müdigkeit und Lustlosigkeit hervorruft.

Die Geschichte der Zeitumstellung

Eine saisonale Zeitumstellung wurde erstmals im Jahre 1907 von William Willett vorgeschlagen. Trotz Lobbyarbeit konnte er die britische Regierung jedoch nicht zur Einführung der Sommerzeit bewegen.  Eingeführt wurde die Zeitumstellung erstmals am 30. April 1916 im Deutschen Reich sowie in Österreich-Ungarn und noch im selben Jahr auch im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland.

Die im Englischen damals für die Sommerzeit eingeführte Bezeichnung „Daylight Saving Time“ (wörtlich übersetzt: „Tageslicht sparende Zeit“) beschreibt den Zweck, nämlich die Zeitspanne mit nutzbarem Tageslicht zu vergrößern.  Im Jahr 1975 beschlossen die meisten Länder der damaligen Europäischen Gemeinschaft die Einführung der Sommerzeit. Die Umsetzung erfolgte ab 1977. Nach der Ölkrise 1973 sollte durch eine bessere Nutzung des Tageslichtes Energie gespart werden. 1980 wurde die Sommerzeit wie in Deutschland für die Zeit von März bis September wieder eingeführt. Seit 1995 wird die jeweilige EU-Richtlinie umgesetzt, und 1996 wurde die Sommerzeit wie in der gesamten EU bis Ende Oktober ausgedehnt.

Ende 1994 wurden die unterschiedlichen Sommerzeitregelungen in der Europäischen Union vereinheitlicht. Die einheitliche Sommerzeit gilt seitdem in allen EU-Mitgliedsstaaten einschließlich ihrer Landesteile, die in der Nähe von Europa liegen. Sie gilt jedoch nicht in jenen Landesteilen, die nicht auf dem Gebiet des europäischen Kontinents selbst liegen, zum Beispiel in Französisch-Guayana.

Merksatz

Stellt man die Uhr nun vor oder zurück? Folgender Merksatz hilft: “Im Frühjahr kommen die Gartenmöbel VORS Haus und im Herbst wieder ZURÜCK ins Haus.”

Menschliche Natur

Befürworter der Sommerzeit argumentieren, es sei für die Menschen vorteilhaft, abends länger bei Tageslicht die Freizeit gestalten zu können, wodurch ihre Produktivität erhöht werde. Gegner argumentieren, die Anpassung an den neuen Tagesrhythmus dauere mindestens mehrere Tage, sei gesundheitsschädlich und verringere während der Umstellungsphase die Produktivität. Es lägen physiologische Studien vor, nach denen einige zirkadian schwankende Hormonspiegel, ähnlich dem des Stresshormons Kortisol, bis zu viereinhalb Monate brauchten, um sich vollständig den neuen Gegebenheiten anzupassen (bei einstündiger Zeitumstellung gegen die natürliche Rhythmik, also nach Art der gängigen Sommerzeit). In umgekehrter, „natürlicher“ Richtung (also bei Zurückstellung zur Normalzeit) dauere diese Anpassung nur ca. zwei Wochen. Ob allein diese Hormonspiegelschwankungen bereits krankheitsfördernd wirken, ist jedoch nicht belegt.

 

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